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Albert Schmidt,
14 March 2010
Rwanda
, Ntarama
28°
NMEC - in guten Händen …
Es gibt gute Gründe und Anlässe zu einem hoffnungsvollen Blick in die Zukunft. Als UTOPIE - „Duale Berufsausbildung in Ruanda“ – gilt dieses Ziel als nicht erreichbar, aber es gibt der Entwicklung eine Richtung. Der mit der Berufschulgründung gepflanzte Keimling kann sich zum Baum entwickeln, das stimmt hoffnungsvoll. Die fokussierende Wirkung des Ziels, wenn auch ein „NICHT ERREICHBARER ORT“ – provoziert dennoch Ideen, weckt Aktivitäten … .
Anlässe die hoffen lassen sind die …
1.) Gründung von Assoziationen durch Trainees des NMEC.
Die Abschlusstrimester der Bau- und Elektrotechniker haben einen mutigen Schritt getan. Sie haben sich zu Gruppen zusammengeschlossen mit dem Ziel, gemeinsam Bauaufträge auszuführen und Solartechnik zu installieren. Waren auch die ersten Schritte der formulierten Absichten von Unerfahrenheit gekennzeichnet, so gaben sie dennoch Anlass durch Beratung zu helfen:
- Tut nicht den zweiten Schritt vor dem ersten, ladet einen Experten für Existenzgründung ein, und informiert euch über die rechtlichen Grundlagen!
- Informiert euch über Möglichkeiten der Finanzierung von Gründungskrediten durch Mikrofinanzsysteme …
- Wir helfen bei der Formulierung eines „Businessplan“!
- Schriftstücke müssen eine professionelle Struktur, haben um als „ernsthaft“ eingestuft zu werden …
- etc.
2.) Lieferung des Prototyps von elektrotechnischen Komponenten für einen Solarkiosk.
Mit freudigem Staunen haben die E-Technik Trainees den komfortablen Koffer für einen Solarkiosk entgegengenommen, entwickelt von Technikstudenten des Werner von Siemens Berufkollegs.
Zur Information ein Rückblick: Ausgeschrieben war ein Wettbewerb der Stadt Köln zur Förderung „Globalen Lernens“. Das Projekt des Berufkollegs - FOTOVOLTAIK INSELSOLARANLAGE als Prototyp – mit dem Arbeitstitel: „Energy supply in remote regions in favour of RUANDAN VILLAGES“ wurde mit dem 2. Preis ausgezeichnet.
Die spontane Reaktion der ruandischen Studenten: „Für Ruanda zu komfortabel, zu teuer, wir müssen es an unsere Bedingungen anpassen“. Damit hatten sie spontan den eigenen Entwicklungsauftrag für die neue „Association“ festgelegt. Nun arbeiten sie als Projektentwickler mit ruandischem Lehrer an einer angepassten Version, um in ländlichen Regionen das Laden von Akkus zu ermöglichen, die am frühen Abend Licht spenden und Mobiles aufladen.
Produkte der Students während des 1. Terms 2010 (siehe Fotos http://www.pixum.de/members/nyamata).
- Rundhütte auf der Zisterne, als zukünftiger Versammlungsplatz der Schulgemeinde
- Überdachter „Welding place“
- Neben anderen Produkten der E-Techniker – hier: „Power supply unit“
4.) Weiterentwicklung der Curricula in den Lernfeldern Bautechnik – Elektrotechnik - Solartechnik.
Nach Erprobung verschiedener Gestaltungsvarianten arbeiten nun die ruandischen Kollegen nach Einführung in Lernfelddidaktik an Lern- und Lehrkonzepten für die Ausbildung. Der Grundsatz – keine Trennung von Theorie und Praxis – ist akzeptiert und wird mit eigenen Ideen und Vorstellungen umgesetzt.
5.) Gelassenhit der ruandischen Kollegen gegenüber politischen (?) Anschlägen.
Wir haben von den Bomben- oder Granatenanschlägen in Kigali erst über die Presse Deutschlands erfahren. Unsere Kollegen darauf angesprochen, reagierten völlig unaufgeregt. Wir haben aber wegen dieser Anlässe zum ersten Mal über politische Hypothesen wie: „Willst du den Frieden – bereite den Krieg“ (Machiavelli) und die Aktivitäten der aufkeimenden religiösen Splittergruppen diskutiert.
Aber da sind auch die alltäglichen Probleme:
Das erbaute Dreikammer Abwassersystem ist mit dem Wasserverbrauch von 60 Personen überlastet – der vulkanische Boden nimmt kaum Wasser auf … .
Die Akquisition von Außenaufträgen, als Produkte Mittel der Ausbildung, ist schwierig, muss aber gelingen.
…
Über die Strategie der Zielerreichung wird unter den Grünhelmen heftig diskutiert. Der Grundsatz der Entwicklungshilfe als „Hilfe zur Selbsthilfe“ ist unumstritten. Wo aber endet die Bandbreite der Unterstützung und was heißt jetzt notwendige Hilfe? Wie wird die alleinige ruandische Entwicklungsverantwortung aktiviert und definiert? Haben wir eine Raketenstation mit Abschussrampe gebaut – und nun fehlt der Treibsatz zum Abschuss?
Die Antworten müssen wir finden, und wir werden sie finden. Das sage ich mit gutem Gefühl, denn die Nachfolge in der Verantwortung der Schulleitung ist mit Matthias in guten Händen.
Wir haben zu einem einwöchigen Arbeitsbesuch das Kamerateam – Heinrich Pachel und Max Daerr –
hier zu Gast. Sie werden mit filmischen Mitteln dokumentieren, wie sich das NMEC entwickelt hat - aus Sicht der Lehrer und der Studenten.
Herzliche Grüße vom aktuellen Team - (Esperanza, Albert, Georg, Heiner, Matthias) und dem Kame-rateam –(Heinrich Pachel, Max Daerr)!
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